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V-Rod verbindet das Klassische mit der Moderne. Wer einmal
genau hinsieht, wird große Parallelen zur Softail
Deuce feststellen. Da sind zum einen die lang gestreckte
Bauform, die breite Gabel, das ähnliche Heck. Zum anderen
der lang gestreckte Tank bzw. die Tankattrappe, die ähnliche
Bauart der Endtöpfe, der tief laufende Sattel und nicht
zuletzt auch das Scheibenrad hinten. Wenn man so will, ist
die VRSCA trotz ihres futuristischen Designs also vielleicht
mehr eine neue Interpretation des bisher erschaffenen. Und
zwar eine besonders gute. Wie sonst erklärt es sich,
dass diese Harley - mehr als alle anderen - die Leute in
ihren Bann zieht.
Es ist nicht nur der leistungsstarke und außerordentlich
gut klingende Motor, der diese Maschine so einzigartig macht.
Vor allem auch das Fahrwerk vermag zu überzeugen.
Vor dem V-Rod-Fahrer steht ein handliches Bike mit einem
tiefen Schwerpunkt, hervorragendem Geradeauslauf selbst
bei höchsten Geschwindigkeiten und einer vergleichsweise
großen Schräglagenfreiheit. Harley-Davidson verbindet
die gummigelagerte Motoraufhängung aus den Dyna-Modellen
mit einer Ausgleichwelle, die man von den Softails her kennt.
Auch sonst scheinen hier die besten Dinge der beiden Modellreihen
verschmolzen zu sein.
Dadurch ist die V-Rod einzigartig, anders. Man muss sich
erst an den äußerst sanft und kultiviert laufenden
Motor gewöhnen. Statt den Twin Cams oder gar den Evolutions,
die viel Getöse um ihre Arbeit entwickeln, verrichtet
der Revolution einfach sein gewaltiges Werk ohne dabei charakterlos
zu wirken. Tatsächlich schlägt er bei niedrigen
Drehzahlen in den Rahmen und entwickelt ab 6.000 U/min feine
Vibrationen.
Ich weiß nicht, was mir genau in den letzten 1.150
km (Stand: 25.3.2003) am meisten Spaß gemacht hat.
Waren es eher die vielen Schwarzwaldkurven oder doch
die schnellen Autobahnpassagen? Auf jeden Fall geht beides
- und beides ist kompromisslos schön zu fahren. Ich
für meinen Teil bereue jedenfalls weder die letzten
zwei Twin Cam-Dyna-Jahre, noch den Umstieg. Im Gegenteil.
Die Maschine wurde am 24. Mai 2003 in einem unverschuldeten
Verkehrsunfall zerstört (bei etwa 6.200 km) und am 16. Februar
2004 durch eine 2003 V-Rod in schwarz-gold-silber
ersetzt.