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Feeling - die Sonne brennt auf den Helm. Die funkelnde V-Rod
steht in der Boxengasse und wartet gierig mit laufendem
Motor darauf, ihre Kraft auf der Rennstrecke unter Beweis
zu stellen. Schließlich ist sie 'Born on the Racetrack'.
Meine Hände umgreifen die Lenkerenden. Das Kommando
ist klar: Gang rein, Gas auf, einkuppeln und beschleunigen.
Das Getriebe schlägt, der Motor heult auf und setzt
das Kraftstoffgemisch in einen kompromisslosen Spurt um.
Das Hinterrad verliert kurz die Haftung, nimmt aber sofort
den Grip wieder auf.
Für Harley-Davidson ist die V-Rod 'Raised on the Street'.
Sie ist die Kombination aus all dem, was eine Harley ausmacht.
Ihr Design ist einzigartig und gekonnt, sie zieht unweigerlich
die Blicke der Passanten auf sich. Sie vermittelt durch
die Sitzhaltung die typische Gelassenheit. Doch sie will
noch mehr. Ein aggressiver, hochdrehender Motor sorgt für
atemberaubende Beschleunigungswerte und bereitet dem Fahrer
in Verbindung mit einem ausgereiften Fahrwerk jenes Vergnügen,
das er bislang nur auf Sportmotorrädern glaubte erleben
zu können. Auf der Straße ist sie über jeden
Zweifel erhaben. Doch ist die Hausstrecke nicht auch ein
kleiner Racetrack? Ich will es spüren. Die V-Rod soll
sich der Herausforderung stellen und beweisen, dass sie
tatsächlich auf der Rennstrecke geboren wurde. Das
ehrgeizige, wenngleich auch nicht ganz ernstgemeinte Ziel: sie soll es mit einer Aprilia RS 125 aufnehmen.
Die kleine Italienerin hat zwar eindeutige Vorteile in der
Schräglagenfreiheit, doch die Leistung ist bedeutend
niedriger als beim amerikanischen Silberling.