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LiveWire Testfahrt (1)
ünf Jahre hat es gedauert, bis aus dem Konzept ein Serienmodell wurde. Nun kommt die LiveWire endlich auf den Markt. Das neue Prachtstück des bunten Portfolios des Herstellers hat einen stolzen Preis. Rund 33.000 Euro müssen für die elektrifizierte Harley bezahlt werden. Dafür bekommt der Nutzer aber auch einen Untersatz, der jedenfalls in puncto individueller Mobilität perfekt ist. So lassen sich auch Motorradtouren machen, alles andere als alltäglich sind.

Wer das erste Mal mit der LiveWire in Kontakt kommt, dem springt das Design in die Augen. Um die 250 Kilogramm bringt die Maschine auf die Waage. In der Mitte zentral sitzt das enorme Akkupack mit seinen 104 Kilogramm und die Form ist nackt, ehrlich und unverkleidet. So schaffen die Kreateure von Harley-Davidson ein optisch aufgeräumtes und progressives Bike. Als Zeichen, das sich die Power mit dem Drehen des rechten Griffs nun voll entlädt, pulsiert das Elektromotorrad still. Dabei ist die Sitzposition entspannt.

Die Harley-Davidson LiveWire beschleunigt von 0 auf 100 km/h in drei Sekunden. Dazu nutzt sie die Power der 106 PS und katapultiert die Maschine aus dem Stand mit einem Drehmoment von 116 Newtonmeter auf den Asphalt – und das nahezu lautlos. Letzteres ist für eingefleischte Motorrad- und speziell Harley-Fans, gewöhnungsbedürftig. Denn außer einem Zischen, dem "Düsenantrieb", den Harley-Davidson geräuschtechnisch dafür entworfen hat ist kaum etwas zu vernehmen. Geknatter, wie es üblich ist, fehlt komplett. Ob man das mag, muss freilich jeder für sich selbst entscheiden.

Mithilfe der Rekuperation wird die Bewegungsenergie auch gleich wieder vom Hinterrad in den Akku gespeist. Damit wird auch das Tempo intuitiv dirigiert. Mit dem niedrigen Schwerpunkt der LiveWire wird zudem das Gewicht kaschiert und das Handling ist enorm gediegen. Letzteres ist besonders im Kontext der 250 Kilogramm beeindruckend. Denn selbst zur Schnellade-Säule wird das E-Bike einfach manövriert. Geladen wird das massive Akkupack im Übrigen über den üblichen Typ-2-Stecker. Dafür sind 40 Minuten für 80 Prozent nötig. Eine Stunde braucht es, um die Maschine vollzuladen. Wer hierzu übrigens in den ersten zwei Jahren nach Kauf den Harley-Händler aufsucht, kann das hier umsonst tun. Wer lieber auf den Schuko-Stecker in der Garage zu Hause setzt, muss eine Nacht warten.

Die Reichweite der LiveWire liegt je nach Fahrweise bei 150 bis 230 Kilometern. Wer durch die Stadt und über Land unterwegs ist, sollte auf gut 200 Kilometer kommen. Also absolut ausreichend, wenn eine Spritztour unternommen wird. Praktischerweise lässt sich die noch verfügbare Reichweite stets über die App auslesen.

E-Motorräder gibt es bislang nur wenige. Somit bietet Harley-Davidson mit der LiveWire einen spannenden Auftakt in die Elektro-Mobilität der Motorräder.

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